Die Grundtechniken

In diesem Video fasse ich die Grundlagen der Notizentechnik für Dolmetscher zusammen.

In welcher Sprache sollte ich notieren?

In der Fachliteratur ist umstritten, welche Bezugssprache für die Notation verwendet werden sollte: die Ausgangssprache, die Zielsprache, die Muttersprache oder ein gemischtsprachiges System?

Meiner Meinung nach ist nur das gemischtsprachige System realistisch und auch sinnvoll. Einerseits bieten sich Ausdrücke in bestimmten Sprachen geradezu an. Ich selbst dolmetsche gar kein Englisch, verwende aber „I“ für „Ich“. Ich benutze das spanische „y“ für „und“.

Dolmetsche ich ins Deutsche, notiere ich Fachbegriffe, die mir schon beim Zuhören einfallen, abgekürzt oder komplett auf Deutsch. Das spart mir später, wenn ich spreche, das Suchen nach diesem Fachbegriff. Notiere ich den Begriff in der Ausgangssprache, klebe ich gedanklich regelrecht an diesem Begriff und die entsprechende Übersetzung will mir einfach nicht einfallen.

Trotzdem sollten sprachneutrale Konzepte und Symbole einen großen Teil ausmachen, denn nur mit ihnen ist es möglich, möglichst viel Inhalt in nur einem oder mit wenigen Symbolen zu notieren und zu Zeit zu sparen. Abgekürzte Wörter sind fast immer länger und es besteht Verwechslungsgefahr!

Welchen Dolmetsch-Block sollte ich verwenden?

Es klingt banal, aber ein Block, der sich schlecht umblättern lässt, zu klein oder zu groß ist, kann einem den Einsatz verhageln. Wenn wir dolmetschen, müssen wir uns zu 100% konzentrieren. Alles, was ablenkt, führt dazu, dass uns nicht genug Denkkapazitäten für unsere eigentliche Aufgabe bleiben.

DIN A 5 hat sich als Größe für einen Notizblock bewährt.

Achten Sie darauf, dass er sich gut umblättern lässt und die einzelnen Blätter dabei nicht hängen bleiben.

Die Aufteilung des Dolmetsch-Blocks

Der Dolmetschblock wird vor dem Einsatz durch eine senkrechte Linie geteilt. So können wir links zum Beispiel wichtige Sinnverbindungen notieren und rechts den eigentlichen Inhalt. So erkennen wir die Struktur des Gesagten mit nur einem kurzen Blick auf unsere Notizen direkt wieder und erinnern uns. Würden wir den Block nicht aufteilen, müssten wir die Notizen regelrecht lesen – das kostet zu viel Zeit und macht auch auf die Zuhörenden keinen guten Eindruck.

Die Zeichen und Symbole

Die Symbole müssen gut lesbar und strukturiert notiert werden, damit man sie beim Dolmetschen auf den ersten Blick erkennt und nicht zu viel nachdenken muss.

Zeichen für die Notizentechnik sollten außerdem schnell und einfach zu notieren sein. Unterschiedliche Zeichen sollten sich nicht zu sehr ähneln, sonst besteht Verwechslungsgefahr. Das gleiche gilt für Abkürzungen. Man ist im Alltag zwar oft versucht, Wörter einfach schnell abzukürzen. Das kann sich aber später beim konsekutiven Dolmetschen rächen. Da überlegt man dann plötzlich, was „ecc.“, „akt.“ oder „umg.“ eigentlich nochmal heißen sollte.